Die ursprüngliche Idee
Geologie nicht illustrieren, sondern verwandeln.
Die Idee, aus Geologie Kunst zu machen, stammt von Torsten Schönberg. Als Geologe erkannte er in den mikroskopischen Strukturen von Gesteinen nicht nur wissenschaftliche Information, sondern ein eigenständiges visuelles Potenzial.
Gemeinsam mit seinem Vater Dieter Schönberg entwickelte er daraus ein Arbeitsmodell. Der Großteil der verwendeten Dünnschliffe entstand im Zuge von Torsten Schönbergs geologischer Diplomarbeit. Damit wurde wissenschaftliches Arbeitsmaterial zur unmittelbaren Grundlage des Kunstprojekts. Torsten wählte Proben aus, dokumentierte ihren geologischen Zusammenhang und untersuchte die Gefüge. Dieter reagierte als Maler auf Farben, Formen und Spannungen, ohne die Vorlage bloß abzubilden.
Die Bilder bleiben an ein konkretes Gestein und einen konkreten Fundort gebunden. Gleichzeitig lösen sie die mikroskopische Ansicht aus dem Labor und machen sie für Menschen zugänglich, die sonst kaum mit Petrographie in Berührung kommen.
So entsteht eine doppelte Genauigkeit: Die wissenschaftliche Seite benennt Material und Entstehung. Die künstlerische Seite nimmt sich die Freiheit, daraus eine neue visuelle Ordnung zu schaffen.
