Profil
Zwei Disziplinen, ein genauer Blick.
Als Geologe liest Torsten Schönberg Gesteine als Dokumente von Zeit, Druck, Temperatur und Bewegung. Als Künstler interessiert ihn, was geschieht, wenn diese verborgenen Strukturen den wissenschaftlichen Kontext verlassen und öffentlich sichtbar werden.
Er studierte Geologie und Paläontologie in Göttingen und Wien. Der Großteil der im Projekt verwendeten Dünnschliffe entstand im Zuge seiner Diplomarbeit. So führt ein direkter Weg von seiner wissenschaftlichen Arbeit zur Kunst: Das geologische Untersuchungsmaterial wurde zur Grundlage einer eigenen künstlerischen Methode.
Seine fachliche Arbeit und seine Erfahrung mit geographischen Informationssystemen prägen den methodischen Teil des Projekts: Fundorte, Proben und geologische Zusammenhänge werden nicht zur bloßen Kulisse, sondern bleiben überprüfbarer Bestandteil der Kunst.
Die zentrale Projektidee stammt von ihm: Geologie sollte nicht nur Gegenstand eines Gemäldes sein. Die wissenschaftliche Untersuchung selbst – Probennahme, Dünnschliff, Mikroskopie, Auswahl und Vermittlung – sollte Teil des künstlerischen Prozesses werden.
Gemeinsam mit seinem Vater Dieter Schönberg entwickelte Torsten daraus eine Arbeitsteilung, die zugleich ein Dialog war. Torsten brachte die geologische Analyse und konzeptionelle Struktur ein; Dieter antwortete mit malerischer Erfahrung und eigenständiger Bildsprache.