Geologe · Künstler · Projektleiter

Torsten Schönberg: Wissenschaft als Material für Kunst.

Torsten Schönberg entwickelte die Idee zur „Stein-Zeit in der Kunst“. Er verbindet petrographische Facharbeit mit künstlerischer Konzeption und führt das gemeinsam mit seinem Vater Dieter Schönberg aufgebaute Projekt weiter.

Profil

Zwei Disziplinen, ein genauer Blick.

Als Geologe liest Torsten Schönberg Gesteine als Dokumente von Zeit, Druck, Temperatur und Bewegung. Als Künstler interessiert ihn, was geschieht, wenn diese verborgenen Strukturen den wissenschaftlichen Kontext verlassen und öffentlich sichtbar werden.

Er studierte Geologie und Paläontologie in Göttingen und Wien. Der Großteil der im Projekt verwendeten Dünnschliffe entstand im Zuge seiner Diplomarbeit. So führt ein direkter Weg von seiner wissenschaftlichen Arbeit zur Kunst: Das geologische Untersuchungsmaterial wurde zur Grundlage einer eigenen künstlerischen Methode.

Seine fachliche Arbeit und seine Erfahrung mit geographischen Informationssystemen prägen den methodischen Teil des Projekts: Fundorte, Proben und geologische Zusammenhänge werden nicht zur bloßen Kulisse, sondern bleiben überprüfbarer Bestandteil der Kunst.

Die zentrale Projektidee stammt von ihm: Geologie sollte nicht nur Gegenstand eines Gemäldes sein. Die wissenschaftliche Untersuchung selbst – Probennahme, Dünnschliff, Mikroskopie, Auswahl und Vermittlung – sollte Teil des künstlerischen Prozesses werden.

Gemeinsam mit seinem Vater Dieter Schönberg entwickelte Torsten daraus eine Arbeitsteilung, die zugleich ein Dialog war. Torsten brachte die geologische Analyse und konzeptionelle Struktur ein; Dieter antwortete mit malerischer Erfahrung und eigenständiger Bildsprache.

Biografische Denkspur

Der Bezug zu Joseph Beuys.

Die gemeinsamen documenta-Besuche mit seinem Vater 1977 und 1982 machten für Torsten Schönberg früh erfahrbar, dass Kunst Material, Wissenschaft und gesellschaftliches Handeln miteinander verbinden kann. 1987 kehrten beide ausdrücklich wegen „7000 Eichen“ zur documenta zurück; Joseph Beuys war damals bereits verstorben.

Beuys’ erweiterter Kunstbegriff und das über seinen Tod hinaus vollendete Projekt wurden zu einer persönlichen Inspiration. Jahre später fand Torsten mit der „Stein-Zeit in der Kunst“ eine eigene Form für diese Verbindung: wissenschaftlich gewonnenes Material wird künstlerisch übersetzt und über Ausstellung, Film und Gespräch in die Öffentlichkeit gebracht.

Der Bezug bezeichnet Inspiration und biografische Prägung. Es gab keine Zusammenarbeit, Autorisierung oder institutionelle Verbindung zu Joseph Beuys.

Weiterführung

Ein gemeinsames Projekt bleibt in Bewegung.

Seit dem Tod von Dieter Schönberg am 15. Juli 2024 bewahrt Torsten die bestehende Arbeit und entwickelt ihren wissenschaftlich-künstlerischen Ansatz weiter.

Er ist Ansprechpartner für Ausstellungsanfragen, Presse, Kooperationen, Nutzungsfragen und Informationen zu den Werken. Die Verbindung von Geologie, Kunst und Vermittlung bleibt das Zentrum.