Probennahme
Torsten Schönberg wählt Gesteine im Gelände aus, beschreibt den Fundort und sichert den geologischen Zusammenhang. Die Probe bleibt damit mehr als anonymes Material: Sie trägt eine Landschaft und ihre Erdgeschichte in sich.
Gelände · Labor · Atelier
Der künstlerische Prozess beginnt nicht mit einer leeren Leinwand, sondern mit einem geologischen Ort. Jeder Schritt verändert den Blick auf das Material, ohne seine Herkunft zu verschweigen.

Torsten Schönberg wählt Gesteine im Gelände aus, beschreibt den Fundort und sichert den geologischen Zusammenhang. Die Probe bleibt damit mehr als anonymes Material: Sie trägt eine Landschaft und ihre Erdgeschichte in sich.
Fundpunkte und geologische Einheiten werden räumlich eingeordnet. Die Karte macht sichtbar, dass die spätere Bildserie mit realen Orten im Waldviertel, im Thayagebiet oder an der Blauen Kuppe bei Eschwege verbunden ist.
Eine hauchdünne Gesteinsscheibe lässt Licht durch die Minerale treten. Erst diese Präparation macht Gefüge, Verwachsungen und strukturelle Beziehungen im Polarisationsmikroskop lesbar.
Der Großteil der im Projekt verwendeten Dünnschliffe entstand im Zuge von Torsten Schönbergs Diplomarbeit. Die wissenschaftlichen Präparate bildeten damit zugleich das Ausgangsmaterial für die spätere künstlerische Übersetzung.
Mineralbestand und Gefüge werden wissenschaftlich bestimmt. Farbe ist dabei nicht bloße Dekoration: Unter polarisiertem Licht entsteht aus den optischen Eigenschaften der Minerale eine charakteristische visuelle Ordnung.
Mikroskopische Ansichten werden verglichen, verdichtet und als Bildmaterial geordnet. Die Collage bildet eine Brücke zwischen Dokumentation und freier Komposition.
Dieter Schönberg entwickelte aus den Vorlagen eigenständige Gemälde. Die wissenschaftliche Aufnahme bleibt Ausgangspunkt, doch Rhythmus, Maßstab, Farbe und Spannung folgen einer künstlerischen Entscheidung.
Filmdokumentation
Sieben vorhandene Filme dokumentieren Projekt, Probennahme, Rundfahrt, Dünnschliff, Collage und Ausstellung. Die Vorschaubilder stammen aus der eigenen Werkgalerie; eine Verbindung zu YouTube entsteht erst, wenn ein Video aktiv gestartet wird.







Ergebnis
Die Gemälde lösen sich vom Maßstab des Mikroskops, nicht aber von der Geschichte ihres Materials.
In der Ausstellung stehen wissenschaftliche Erläuterung und künstlerische Erfahrung nebeneinander. Besucherinnen und Besucher können zwischen beiden Lesarten wechseln – oder eine dritte, eigene Perspektive entwickeln.